Jetlags

September 8, 2002 | Filed Under Travel | 1 Comment

Jetlags sind ätzend. Bereits um 4 Uhr morgens aufgewacht und die erste Hälfte des Tages mit Lesen von Stadtführern und Fernsehen verbracht. Nach einem Frühstück ging es ab in die Stadt. Der gestern entdeckte Computerladen hatte auch tatsächlich am Sonntag geöffnet. Nachdem ich mir schon Sorgen gemacht hatte, dass das Netzteil auf der Reise Schaden genommen haben könnte, konnten wir diesen Verdacht durch ein australisches Netzkabel eindeutig ausräumen. Leider kostete das simple Netzkabel 35 Dollar, aber da ich ansonsten keine Wahl hatte, blieb mir nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen. Auf dem Rückweg suchte ich dann noch das Büro meines zukünftigen Arbeitgebers Hannover Fairs Australia, was ich auch relativ schnell fand. Dann war noch ein wenig Geländeerkundung angesagt, bevor ich wieder nach Hause ging. Die 6 Stunden Schlaf machten sich langsam doch bemerkbar, so dass ich mich für einen kurzen Mittagsschlaf entschied. Dieser dauerte allerdings etwas länger als geplant, gegen 6 Uhr abends wachte ich schließlich wieder auf. Da mir für ein vollständiges Abendessen noch einiges fehlte, beschloß ich noch einmal zum Einkaufszentrum zu laufen und die restlichen Sachen einzukaufen. Diesmal ersparte ich mir den Umweg und fand nach relativer kurzer Zeit wieder nach Hause. Zum Essen gab es Steak, Reis und Erbsen. Leicht Europäisch, oder? Nach dem Mittagsschlaf, war ich natürlich am Abend überhaupt nicht mehr müde, und dass wo ich morgen bereits meinen 1. Arbeitstag haben werde. Gegen 2 Uhr war ich dann endlich im Bett.

Sightseeing

September 7, 2002 | Filed Under Travel | No Comments

Um 10:00 Uhr aufgewacht, ein wenig durch die Fernsehkanäle gezappt. Es ist witzig, wenn man die ganzen US-Serien mit den Originalstimmen der Schauspieler sieht. Da der Kühlschrank total leer war, galt es als erstes einen Supermarkt zu finden und natürlich auch die Gegend zu erkunden. Mit mehr oder weniger eindeutigen Instruktionen (gehen sie links, links und dann rechts und dann sollten sie es schon finden) und einem Stadtplan bewaffnet, ging ich los. Das erste was an der Gegend auffällt, ist, dass fast keine Menschen auf der Straße zu sehen sind. Nach einer viertel Stunde fand ich dann schließlich einen Park und echte australische Menschen. Vor einem kleinen Supermarkt gab es dann die aus Amerika und Kanada bekannten Telefonkarten. Nach intensivem Studium des Kleingedruckten (was zu empfehlen ist) fand ich ein ziemlich günstiges Angebot: 5,9 cent die Minute für Gesprächte nach Deutschland. Inzwischen war ich auf Sydneys “weltberühmten” Broadway angekommen und entdeckte auch ein Schild mit den Worten Shopping Centre, dessen Eingang ich nach einem geringügigen Umweg von 10 Minuten fand. Das Shopping Centre entpuppte sich als große Mall, mit Dutzenden von Geschäften. Mein Magen erinnerte mich an den eigentlichen Grund des Besuchs: Futtersuche. Zielsicher begab ich mich zu Coles, einen der größten Lebensmittelanbieter in Australien. Supermärkte sind ja nach wissenschaftlichen Untersuchungen immer nach dem gleichen Schema angeordnet, damit sich der Kunde auch ja wohl fühlt. Es beginnt mit der Obst & Gemüseabteilung und endet gewöhnlich bei den Süssigkeiten. Trotz dieser Anordnung habe ich über 2 Stunden verbracht, bis ich alle Sachen, die mir auf die Schnelle eigefallen sind, beisammen hatte. An der Kasse wurde mir spätestens klar, dass ich nicht mehr in der Servicewüste Deutschland war: Alle Sachen wurden ohne zu Fragen eingepackt. Mit einer Vielzahl Plastiktüten bepackt, trat ich den Weg nach Hause an. Ich entschloß mich den Broadway zurückzulaufen, um noch mehr von der Gegend zu sehen. Nach einem viertelstündigen Fußmarsch kam ich schließlich am Ende des Hauptbahnhofs an. Nach einer Orientierung auf dem Stadtplan entschied ich mich für den scheinbar kürzesten Rückweg. Wie ich später jedoch h erausfand, hatte ich einen unwesentlichen Umweg von 4 km gemacht. Die erste Wasserflasche war somit für den Transport der ganzen Lebensmittel bereits verbraucht, bevor ich wieder in meinem Apartment ankam. Gegen 4 Uhr nachmittags habe ich dann erstmal ausgiebig gefrühstückt (zurück zu deutschen Maßstäben). Dann wandte ich mich meinem Laptop zu um einige Bilder zu überspielen. Die Batterie war inzwischen leer und ich griff zu meinem Reiseadapter. Doch dann die Überraschung, der Stecker passte nicht, da die Plastikschutzbügel zu breit waren. Nach einigen Schnitzarbeiten (EMTler weghören), passte der Stecker schließlich, aber das Notebook wollte immer noch nicht anspringen. Also hatte ich direkt eine Tagesaufgabe: Finde in Sydney einen Computerladen, der Netzstecker oder komplette Netzteile für IBM ThinkPads anbietet. Ich fand zwei dicke Wälzer, die Yellow Pages (Gelbe Seiten) und die White Pages (Normales Telefonbuch) und suchte zielstrebig nach IBM - und ich wurde auch fündig. Also die Händleradressen aufgeschrieben und versucht die Straßennamen auf dem Stadtplan wiederzufinden. Gegen 6 Uhr machte ich mich dann auf den Weg, kam wieder beim Hauptbahnhof vorbei und startete zielstrebig entlang George Street, welches eine der längsten Straßen innerhalb der Innenstadt von Sydney ist. Die meisten Geschäfte waren allerdings schon geschlossen, also keine 24/7 Öffnungszeiten. Von der Stadt erinnerte mich einiges an Toronto, wobei man auch den europäischen Einfluss vielfach sieht. So kann man z.B. ohne Probleme Kebap an vielen Ecken kaufen. Nachdem ich eine Weile durch “Chinatown” gelaufen bin, dämmerte es schon und ich entschied ich mich für den Rückweg. Dabei kam ich ausgerechnet an einem autorisierten IBM und Acer Notebookladen vorbei, der allerdings schon zu hatte. Gegen halb acht war ich dann wieder zu Hause und weihte zum ersten Mal meine Küche ein. Inzwischen hat es sich schon zur Tradition entwickelt, dass es am ersten Abend Spaghetti mit Tomatensauche gibt. Um 10 Uhr war ich dann so müde, dass ich vor dem Fernseher eingeschlafen bin.

Finde die Bombe

September 6, 2002 | Filed Under Travel | No Comments

Mit den ersten Sonnenstrahlen betrat ich den Flughafen von Singapur. Alles ist total rein, man sieht überhaupt keinen Müll rumliegen. Das kann aber auch daran liegen, dass es noch recht früh war und es noch nicht so viel Betrieb gab. Ich begab mich als erstes auf die Suche nach meinem Weiterflug nach Sydney. Nach 20 Metern kam ich bereits zu einem Auskunftsbildschirm (Daran sollte sich der Frankfurter Flughafen mal ein Beispiel nehmen!). Also zum entsprechenden Fluggate gelaufen und festgestellt, dass das Gate vollkommen leer war und erst um 8:30 Uhr öffnet. Der Flughafen von Singapur hat den großen Vorteil, dass man dort locker einen ganzen Tag verbringen kann: von trivialen Dingen, wie duschen, essen in Restaurants, einkaufen in einer Vielzahl von Läden bis hin zu exotischen Sachen, wie surfen über Wireless-Lan, Sauerstoffzelte, spazierengehen in einem botanischen Garten und Filme in Kinos ansehen, kann man hier locker seine Wartezeit verbringen. Andi hatte mir noch den Tip gegeben, Schwimmsachen einzupacken, da es auch einen Pool gab. Also zum Informationsstand und gefragt, wo der Pool ist. Der Pool befindet sich in der “Health - und Beautyarea”. Dazu muß man allerdings aus dem Flughafen ausreisen und in Singapur offiziell durch den Zoll gehen um dann in ein anderes Terminal zu kommen. Zur Sicherheit fragte ich die Zollbeamtin, ob ich auch wirklich wieder in einer Stunde ausreisen konnte, was mir mit einem Lächeln bestätigt wurde. Eine Skytrain (vollkommen automatisiert) zum anderen Terminal genommen und auf die Suche nach dem sagenumwobenen Pool gemacht. Ich habe zwar eine Menge gefunden, der Pool ist mir aber leider verborgen geblieben. (Der Pool befindet sich übrigens im Terminal 1, Lebel 3, rechts hinter dem Transit Hotel) Da sich die Uhr langsam auf 8:30 Uhr zu bewegte, beschloß ich wieder mit der Skytrain in das andere Terminal zu fahren, aus Singapur auszureisen und für meinem Flug nach Sydney einzuchecken. Das verwaiste Gate hatte sich inzwischen mit einer Vielzahl von Menschen und einer langen Schlange gefüllt. Eigentlich wollte ich nur nach einem Fensterplatz fragen, aber das ging nur mit Warten und dem Passieren der Sicherheitskontrolle. Hier ist zum ersten Mal mein Laptop aufgefallen, dass ich nach einem intensiven Check wieder zurückbekam. Am Transferschalter bekam ich neben einer Einreisekarte für Australien tatsächlich noch einen Fensterplatz. Da ich das ganze Sicherheitsprozedere nicht nochmal durchlaufen wollte, wartete ich die restliche Zeit in der Lounge. Der Flug nach Sydney war wesentlich voller, die Wartelounge war extrem voll. Ich habe in Flugzeugen immer das Talent mich auf falsche Plätze zu setzen. Diesmal ging es sogar soweit, dass jemand seinen Fensterplatz freiwillig für mich räumte. Kurz vor dem Abflug ist mir dann doch noch aufgefallen, dass eine Reihe vor mir 2 Plätze frei waren, während meine Reihe voll besetzt war. Also Flugreihe gecheckt, Irrtum bemerkt und Platzwechsel vollzogen. Zwar hatte ich somit nicht eine ganze Reihe für mich, aber immerhin den Mittelsitz um die Beine auszustrecken.
Pünktlich um 9:30 Uhr verließen wir mit einer Flugzeit von 7 Stunden Singapur in Richtung Sydney. Inzwischen war ich mit den Bordmöglichkeiten von Singapore Airlines bestens vertraut, das Filmangebot war das gleiche wie auf dem vorherigen Flug und so entschied ich mich die restlichen Filme und Serien noch anzusehen. Der Flug war recht unspektakulär, wir flogen über 3 Stunden über die “rote Wüste” von Australien, die vergangenen Flugstunden machten sich so langsam bei mir bemerkbar und ich war froh, als Sydney auf dem Bildschirm immer näher kam. Kurz vor der Landung kam dann eine Durchsage vom Piloten, dass wir zwar eine Landeerlaubnis für Sydney erhalten haben, aber das Flughafenterminal aus unbekannten Gründen in Sydney geschlossen wurde und wir uns auf eine längere Wartezeit einstellen sollten. 5 Tage vor dem 11. September gingen mir natürlich sofort die verschiedensten Gedanken durch den Kopf, aber ändern konnte ich ja eh nichts. Mit einer halben Stunde Verspätung landeten wir schließlich in Sydney. Es dämmerte schon langsam, was mich natürlich etwas überraschte, da ich von Deutschland noch längere Tageszeiten im Gefühl hatte. Wir rollten zu einer Position auf dem Landefeld und warteten erstmal eine halbe Stunde. Dann gab es neue Nachrichten vom Piloten. Es hatte eine ernstzunehmende Bombendrohung gegeben, woraufhin das komplette internationale Terminal evakuiert und geschlossen wurde. Nach einer weiteren viertel Stunde kam dann die Nachricht, dass wir zum nationalen Terminal gezogen werden und dort auschecken würden. Ich beobachtete die wartenden Flugzeuge auf dem Rollfeld und zum Glück hatte ich noch die Kopfhörer vom Antiflugschallgerät, so dass ich noch weiterhin das Kriss-Entertainment Programm schauen konnte. Nach 15 Minuten wurden wir dann zum nationalen Terminal geschleppt. Draußen war es absolut menschenleer. Ab und an fuhren die üblichen Flugzeugfahrzeuge auf dem Rollfeld, aber ansonsten waren keine Aktivitäten zu bemerken. Es vergingen weitere 15 Minuten, in denen jemand gefunden werden musste, der die Gangway bedient. Tja, wie sich herausstellte war die Gangway zu der 747 nicht kompatibel, so dass man eine Rolltreppe organisieren musste. Nach einer weiteren halben Stunde fand sich dann eine Rolltreppe. Endlich! - Dachten ich und die meisten Passagiere. Das Problem war nun, dass man zu der Rolltreppe auch einen Bus benötigt, der uns zum Terminal bringt. Die Steward(essen) servierten seit 1,5h Stunden Getränke und den meisten war nach der langen Zeit auch nicht mehr nach Lächeln zu Mute. Der Handywahn war inzwischen ausgebrochen und die meisten kümmerten sich nicht mehr um das Benutzungsverbot an Bord, so dass alle paar Sekunden von irgendwo der neue-Nachrichtenton zu hören war. Der Pilot meldete sich von Zeit zu Zeit und nach einer weiteren halben Stunde bekamen wir dann die Nachricht, dass der logistische Aufwand uns durch die Einwanderung zu bekommen, zu groß ist. Das internationale Terminal würde aber in kurzer Zeit wieder eröffnet werden. Wir warteten also weiter. Irgendwann wurden wir dann schließlich zum internationalen Terminal zurückgezogen, das angekündigte Gate wurde dann noch kurzfristig geändert, wofür sich der Pilot entschuldigte.
Gegen 10:00 Uhr abends wurden wir dann endlich aus der Maschine gelassen. Im Flughafen angekommen, kamen dann ständig Lautsprecherdurchsagen, dass man Geduld haben sollte, der Transport in die Stadt würde momentan wieder aufgenommen und man sich auf längere Wartezeiten für ein Taxi einstellen sollte. Bei der Einwanderung musste ich keine lächerlichen Fragen, ala “Sind sie ein Terrorist? Sind sie ein Drogenhändler? Sind sie ein Waffenschmuggler? etc.” beantworten. Ich bekam meinen Stempel und mit den Worten “Have a nice day” ging es dann zur nächsten Station, der Gepäckrückgabe. Hier drängelten sich gut und gerne über 1000 Leute an 4 verschiedenen Gepäckbändern. Nach einiger Zeit rechnete ich schon nicht mehr damit mein Gepäck zurückzuerhalten, aber nach einer halben Stunde kamen Koffer und Reisetasche mehr oder weniger unversehrt endlich an mir vorbei. Dann ging es ab durch den Zoll. In Singapur hatte ich ja eine Einreisekarte bekommen, wo ich einige Dinge zu mitgebrachten Essen, Pflanzen und Tieren ankreuzen musste. Ich hatte eigentlich noch 2 Äpfel aus Deutschland dabei, aber nach den 3 Stunden Wartezeit konnte ich auch diese Frage mit einem Nein beantworten. Ich stellte mich also brav in die Reihe an und natürlich wurde in meinem Gepäck doch noch etwas gefunden. Die 250 Dollar Strafe wurde mir aber glücklicherweise erlassen. Inzwischen war es schon 11:00 Uhr abends und ich machte mir Gedanken, ob ich noch in mein Zimmer kommen würde. Also erstmal australisches Kleingeld durch den Kauf eines Donuts besorgt und dann die Telefonnummer meines Apartments angerufen. Zum Glück meldete sich noch jemand und wie sich herausstellte, sollte das Gebäude 24h geöffnet sein. Also weiter zu den Taxis und natürlich noch mal gewartet. Beim einsteigen habe ich mich natürlich prompt als Überseeler entlarvt, da ich zielgericht zur rechten Seite des Autos einsteigen wollte. Die erste Bewährungsprobe in einem anderssprachigen Land ergibt sich in der Regel durch ein Gespräch mit dem Taxifahrer. Durch die Bombendrohung hatten wir natürlich einiges an Gesprächsstoff und erstaunlicherweise funktionierte der Übersetzungsteil in meinem Hirn noch einigermaßen gut, so dass eine halbwegs sinnvolles Gespräch entstand. Der Taxifahrer zeigte mir noch einige Restaurants und Fastfoodläden in der Gegend. Als wir vor der Apartmentanlage ankamen, warnte er mich noch vorsichtig in der Gegend zu sein, was mich natürlich sehr beruhigte. Ein Obdachloser verschwand gerade in dem Moment aus dem Straßenlicht in das Dunkel der Nacht. Wir luden meine Koffer aus und ich klingelte an der Tür, da das Vorzimmer nicht besetzt war. Allerdings tat sich nichts. Noch war ich zuversichtlich, dass jeden Moment jemand kommen würde und so machte sich der Taxifahrer auf die Weiterfahrt. Wenn ich eines an diesem Abend gelernt hatte, dann war es, zu warten. Ich wartete weitere 10 Minuten und endlich kam jemand. Es war allerdings nur ein Gast, aber so kam ich zumindest schon mal in das Innere des Gebäudes. Ich wartete weiter und schließlich kam jemand vom Hotel. Da ich nach der ganzen Warterei ziemlich hungrig war, fragte ich nach einem Restaurant, aber auch hier bekam ich wieder die Warnung, besser nicht mehr auf die Straße zu gehen. Tolle Gegend dachte ich. Ich bekam noch die Nummer von einigen Pizzadiensten, die allerdings alle schon zu hatten. Mit einer Schlüsselkarte und meinem 40KG Gepäck begab ich mich auf die 2. Etage und landete schließlich in meinem Zimmer. Nach einer ausgiebigen Dusche, einem Tee und dem Donut machte ich es mir in meinem queensizebett gemütlich und bekam nach 30 Stunden endlich Schlaf.

und… Abflug!

September 5, 2002 | Filed Under Travel | No Comments

Um 7:30 Uhr aufgestanden, Sachen von der “Dinge, die unbedingt noch eingepackt werden müssen”-Liste eingepackt. Gegen 9:00 Uhr mit dem Taxi zum Bahnhof gefahren und von dort mit dem Bus Richtung Flughafen Köln-Bonn. Pünktlich angekommen, großen Koffer und Reisetasche auf die Waage gestellt - 37 KG sind ja noch weit unter dem 64 KG Limit, das damals für meinen Flug nach Amerika galt, dachte ich mir noch. Ich hatte mir am Abend noch die Sitzpläne von den 747-400 der Singapore Airlines heruntergeladen, da ich gehört hatte, dass man in den hinteren Reihen seine Beine etwas mehr ausstrecken kann. Während ich mir schon Gedanken um einen Fensterplatz machte, verzog die LH-Mitarbeiterin ihr Gesicht mit den Worten: “Bißchen viel Gepäck haben Sie da!”. Ich war natürlich erstaunt, da ich von 64 KG ausging, aber lt. Ticket waren nur 20 KG Freigepäck enthalten. Die LH-Mitarbeiterin hat schließlich beide Augen zugedrückt, so dass ich zum Glück kein Übergepäck bezahlen mußte und mein Gepäck verschwand vorerst in den unendlichen Weiten des Flughafens. Für meinen Flug nach Frankfurt erhielt ich noch einen Fensterplatz, mein Wunschplatz für den Flug von Frankfurt nach Singapore war leider schon reserviert, aber wenigstens bekam ich auch dort noch einen Fensterplatz. Für den Weiterflug von Singapore nach Sydney war kein Fensterplatz mehr frei, ich sollte mich einfach in Singapur an den Ticketschalter wenden und dort noch mal fragen. Noch Frühstück gegessen, dann hieß es Abschied nehmen und ab durch die Sicherheitskontrollen. Zu meiner Überraschung, musste ich nicht mal mein Laptop auspacken. Der Flug nach Frankfurt war mit 25 Minuten natürlich super kurz. Ich muß gestehen, dass ich den Frankfurter Flughafen nicht leiden kann, da man ewig nach Auskunftstafeln suchen muß, bevor man das Anschlußgate findet und man dann ewig laufen muß, bevor man endlich zum entsprechenden Anschlußgate kommt. Da ich nur noch 30 Minuten bis zum Abflug hatte und scheinbar ewig weit weg war, beeilte ich mich entsprechend. Schließlich landete ich vor dem Zoll, wo lange Schlangen warteten. Da ich überall nur “Non EU-Customers”-Schilder sehen konnte, dachte ich mir, dass das alles Ausländer sind und rannte erst mal weiter durch die Gegend. Nach einer Weile entdeckte ich dann eine weitere Schlange und ein Schild “EU-Customer” und mir blieb nichts anderes übrig als zu warten. Glücklicherweise dauerte es nicht allzu lange und ich kam 5 Minuten vor dem Einsteigen endlich an meinem Fluggate an.
Beim Einchecken finde ich es immer wieder faszinierend, dass es Leute gibt, die es kaum erwarten können an Bord zu kommen. Es ist ja nun nicht so, dass wenn man zuletzt eincheckt nur noch einen Stehplatz bekommt und außerdem ist man weit über 10 Stunden eh in der Maschine, so dass man doch eigentlich über jede Minute in der Freiheit dankbar sein sollte. In der Regel sind das die gleichen Leute, die bei einer Landung - kaum dass die Räder auch nur einen Millimeter Asphalt berüht haben - hektisch ihren Sitzgurt aufschnallen und ihre Sachen aus der Ablage kramen, um dann weitere 10 Minuten im Gang rumzustehen und dann noch mal eine halbe Stunde auf ihr Gepäck warten.
Als ich zu meinen Fensterplatz ging, war ich überrascht, dass noch niemand auf den anderen beiden Plätzen saß, da ich als einer der letzten an Bord gegangen war. Die Reihen lichteten sich, die Türen schloßen sich und die beiden Plätze waren immer noch frei. Cool - ich hatte tatsächlich eine ganze Reihe für mich - und somit auch 3 Kopfkissen und 3 Decken. Die Maschine war insgesamt nur halb voll.
Singapore Airlines hat vor einiger Zeit seine Maschinen erneuert und damit auch in der Economy Class Videobildschirme für jeden Sitz installiert, so dass man aus einer Vielzahl von Videoprogrammen, Musikkanälen und sogar Videospielen wählen kann. Die positiven Berichte über Singapore Airlines sind gerechtfertigt. Kurz vor dem Abflug kriegt man noch ein heißes Waschtuch mit etherischen Ölen. Ich muß zugeben, dass ich immer wieder fasziniert bin, dass so eine 747-400 tatsächlich die Schwerkraft überwindet und abhebt. Kurz nachdem wir unsere Reiseflughöhe erreicht haben, gab es dann schon die Menükarte für das Essen. Wenn man das liest, könnte man glatt denken, dass man ein vollständiges 3-Gänge-Gala Menü serviert bekommt. Dem ist natürlich nicht so, letztendlich doch wieder das übliche Plastikessen. Die Fluggesellschaften scheinen nach dem 11. September anscheined auf Plastikmesser umgestiegen zu sein. Andi hatte am morgen u.a. noch eine Art Anti-Fluggeräusch-Gerät vorbeigebracht. Die Stewardess hielt dies für ein Radio und wurde schon hektisch. Während ich in meinem Gedächtnis noch krampfhaft die Vokabeln für “dies ist ein Gerät, dass das Kabinengeräusch eleminiert” suchte, entschied sich mein Mund für die Erklärung, dass es sich nur um Kopfhörer handelt. Ich hatte extra noch neue Batterien am Flughafen gekauft, aber von einer Verminderung des Flugsummens war nichts zu bemerken, bis ich auf die Idee kam, die Batterien noch mal festzudrücken - und tatsächlich - das Kabinengeräusch war merklich reduziert. Fantastische Sache! An dieser Stelle vielen Dank Andi. Das Gerät kann man übrigens bei Globetrotter kaufen. (Url: http://www.globetrotter.de/…) Ansonsten war der Flug sehr angenehm, ich habe endlich Murder by Numbers gesehen und die Hälfte von About a boy. Nach 3 Stunden wurde dann schon das Kabinenlicht gelöscht und die meisten legten sich schlafen. Ich habe noch die Hälfte von “About a boy” angesehen und dann entschieden die 3 Reihen als schmales Bett umzufunktionieren. Der Rest des Fluges war wenig unspektakulär. Ich schüttete mir fast eine halbe Flasche mit Kohlensäure angereichertes Wasser über die Hose, was sicherlich zweideutig ausgesehen hat, wenn es jemand gesehen hätte. Draußen war es die ganze Zeit dunkel. Die letzten 3 Stunden kamen wir dann in mehr oder weniger schwere Turbulenzen, die Maschine hat fast ständig gewackelt. Das Frühstück ließen die meisten daher ausfallen. Wir landeten schließlich um 6:30 (Ortszeit) mit dem Sonnenaufgang in Singapur.

Letzte Dinge

September 4, 2002 | Filed Under Travel | No Comments

Letzter Tag vor meinem Abflug. In der Stadt bei Ansons noch vernünftige Sachen gekauft. Bei Köchlings passende Schuhe und im Kaufhof noch Bücher und restlichen Kram, den ich noch vergessen hatte, besorgt. Da ich langsam doch Panik vor dem Kofferpacken bekam, haben wir vom Chinesen nur Essen abgeholt. Danach Kofferpacken - wenn man mal eben für 6 Monate über 10.000 Kilometer von zu Hause weg sein wird, überlegt man natürlich, was man alles mitnehmen muß. Gegen 2:00 Uhr war der größte Teil dann in einem großen Koffer und meiner Reisetasche eingepackt. Noch bis 4:00 Uhr restliche Sachen gesucht und “Dinge, die unbedingt noch eingepackt werden müssen”-Liste erstellt.

PC sync

September 3, 2002 | Filed Under Travel | No Comments

Notebook eingerichtet und Daten vom Netzwerk überspielt, diverse Konfigurationen am Heimserver geändert, damit ich auch von unterwegs auf den Rechner komme.

Vorbereitungen…

September 2, 2002 | Filed Under Travel | No Comments

Großer Vorbereitungstag: Bereits früh um 12:00 Uhr aufgestanden, Geld vom Automaten gezogen und danach zur Landeszentralbank geradelt, da ich eigentlich dachte, dass man dort alle möglichen Geldsorten bekommt. Dem war aber nicht so, also zur Hausbank meiner Mutter gefahren, aber auch dort hatte ich kein Glück. Nicht mal australische Traveller-Cheques waren vorrätig. Zur Sicherheit amerikansiche Traveller-Cheques mitgenommen. Danach bei STA-Travel einen neuen internationalen Studentenausweis geholt, in der Hoffnung, dass man den wenigstens in Australien sinnvoll einsetzen kann. Weiter zur Commerzbank gelaufen mit der geringen Hoffnung doch noch Australische Dollar zu bekommen. Hier ist mir mal wieder bewußt geworden, wieviel Zeit man durch Onlinebanking spart und das wir in einer absoluten Servicewüste leben. Es war gerade Mittagszeit und ein einziger Schalter geöffnet, der Kunden bediente. In der Bank liefen ständig wichtig aussehende Menschen mit Papierblättern durch die Gegend, aber auf die Idee einen zweiten Schalter aufzumachen ist keiner gekommen. Vor mir standen 5 Leute und während wir gemeinsam warteten machte sich so langsam Unmut breit. Hinter mir beschwerte sich ein Mann, dass das alles nur Schikane ist, damit die Leute ihre Bankgeschäfte von zu Hause oder an den Selbstbedienungsterminals erledigen. Nach einer viertel Stunde standen schließlich nur 2 Leute vor mir, ein Mädchen und eine ältere Dame. Also konnte es ja nicht mehr so lange dauern - Weit gefehlt, das Mädchen öffnete ihren Rucksack und packte lauter Geldscheine und Geldrollen aus. Arghhh, das muß wohl der Monatsumsatz eines Geschäftes gewesen sein. Also weiter gewartet. Kurz bevor ich dran war, erschien dann natürlich ein 2. Mitarbeiter und öffnete einen Schalter. Ich rechnete schon gar nicht mehr damit, aber es waren tatsächlich Australische Dollar vorrätig. Also meine ganzen Euros in Dollar umgetauscht und somit hielt ich zum ersten Mal australisches Geld in den Händen. Die australischen Dollar haben ein interessantes Sicherheitsmerkmal, in der linken unteren Ecke befindet sich eine Folie, durch die man durchschauen kann. Auf meiner To-Do Liste stand noch ein Reisestecker, den ich nach einigem Suchen im Kaufhof gefunden habe. Die Australier haben 240 Volt, aber andere Stromstecker. - Wieso musste eigentlich fast jedes Land seine eigenen Stromstecker erfinden? Naja, wenigstens benötigt man keinen 110/220 Volt Adapter. Eigentlich wollte ich noch Briefwahlunterlagen bei der Stadt abholen, aber in der Hektik hatte ich den Wahlschein vergessen. Also Pläne über den Haufen geworfen und nach Hause gefahren. Dort die Wahlbenachrichtigungskarte geholt und zum Rathaus nach Bad Godesberg gefahren, um die Unterlagen zu holen. Außerdem hatten wir noch einen Grillabend geplant, also noch Sachen zum Grillen aus dem Supermarkt eingekauft.
Nachdem wir das Grillen schon zweimal aus diversen Gründen verschoben mussten, hatte das Wetter endlich Erbarmen und bescherte uns einen gemütlichen, lustigen Sommerabend.