und… Abflug!
September 5, 2002 | Filed Under Travel |Um 7:30 Uhr aufgestanden, Sachen von der “Dinge, die unbedingt noch eingepackt werden müssen”-Liste eingepackt. Gegen 9:00 Uhr mit dem Taxi zum Bahnhof gefahren und von dort mit dem Bus Richtung Flughafen Köln-Bonn. Pünktlich angekommen, großen Koffer und Reisetasche auf die Waage gestellt - 37 KG sind ja noch weit unter dem 64 KG Limit, das damals für meinen Flug nach Amerika galt, dachte ich mir noch. Ich hatte mir am Abend noch die Sitzpläne von den 747-400 der Singapore Airlines heruntergeladen, da ich gehört hatte, dass man in den hinteren Reihen seine Beine etwas mehr ausstrecken kann. Während ich mir schon Gedanken um einen Fensterplatz machte, verzog die LH-Mitarbeiterin ihr Gesicht mit den Worten: “Bißchen viel Gepäck haben Sie da!”. Ich war natürlich erstaunt, da ich von 64 KG ausging, aber lt. Ticket waren nur 20 KG Freigepäck enthalten. Die LH-Mitarbeiterin hat schließlich beide Augen zugedrückt, so dass ich zum Glück kein Übergepäck bezahlen mußte und mein Gepäck verschwand vorerst in den unendlichen Weiten des Flughafens. Für meinen Flug nach Frankfurt erhielt ich noch einen Fensterplatz, mein Wunschplatz für den Flug von Frankfurt nach Singapore war leider schon reserviert, aber wenigstens bekam ich auch dort noch einen Fensterplatz. Für den Weiterflug von Singapore nach Sydney war kein Fensterplatz mehr frei, ich sollte mich einfach in Singapur an den Ticketschalter wenden und dort noch mal fragen. Noch Frühstück gegessen, dann hieß es Abschied nehmen und ab durch die Sicherheitskontrollen. Zu meiner Überraschung, musste ich nicht mal mein Laptop auspacken. Der Flug nach Frankfurt war mit 25 Minuten natürlich super kurz. Ich muß gestehen, dass ich den Frankfurter Flughafen nicht leiden kann, da man ewig nach Auskunftstafeln suchen muß, bevor man das Anschlußgate findet und man dann ewig laufen muß, bevor man endlich zum entsprechenden Anschlußgate kommt. Da ich nur noch 30 Minuten bis zum Abflug hatte und scheinbar ewig weit weg war, beeilte ich mich entsprechend. Schließlich landete ich vor dem Zoll, wo lange Schlangen warteten. Da ich überall nur “Non EU-Customers”-Schilder sehen konnte, dachte ich mir, dass das alles Ausländer sind und rannte erst mal weiter durch die Gegend. Nach einer Weile entdeckte ich dann eine weitere Schlange und ein Schild “EU-Customer” und mir blieb nichts anderes übrig als zu warten. Glücklicherweise dauerte es nicht allzu lange und ich kam 5 Minuten vor dem Einsteigen endlich an meinem Fluggate an.
Beim Einchecken finde ich es immer wieder faszinierend, dass es Leute gibt, die es kaum erwarten können an Bord zu kommen. Es ist ja nun nicht so, dass wenn man zuletzt eincheckt nur noch einen Stehplatz bekommt und außerdem ist man weit über 10 Stunden eh in der Maschine, so dass man doch eigentlich über jede Minute in der Freiheit dankbar sein sollte. In der Regel sind das die gleichen Leute, die bei einer Landung - kaum dass die Räder auch nur einen Millimeter Asphalt berüht haben - hektisch ihren Sitzgurt aufschnallen und ihre Sachen aus der Ablage kramen, um dann weitere 10 Minuten im Gang rumzustehen und dann noch mal eine halbe Stunde auf ihr Gepäck warten.
Als ich zu meinen Fensterplatz ging, war ich überrascht, dass noch niemand auf den anderen beiden Plätzen saß, da ich als einer der letzten an Bord gegangen war. Die Reihen lichteten sich, die Türen schloßen sich und die beiden Plätze waren immer noch frei. Cool - ich hatte tatsächlich eine ganze Reihe für mich - und somit auch 3 Kopfkissen und 3 Decken. Die Maschine war insgesamt nur halb voll.
Singapore Airlines hat vor einiger Zeit seine Maschinen erneuert und damit auch in der Economy Class Videobildschirme für jeden Sitz installiert, so dass man aus einer Vielzahl von Videoprogrammen, Musikkanälen und sogar Videospielen wählen kann. Die positiven Berichte über Singapore Airlines sind gerechtfertigt. Kurz vor dem Abflug kriegt man noch ein heißes Waschtuch mit etherischen Ölen. Ich muß zugeben, dass ich immer wieder fasziniert bin, dass so eine 747-400 tatsächlich die Schwerkraft überwindet und abhebt. Kurz nachdem wir unsere Reiseflughöhe erreicht haben, gab es dann schon die Menükarte für das Essen. Wenn man das liest, könnte man glatt denken, dass man ein vollständiges 3-Gänge-Gala Menü serviert bekommt. Dem ist natürlich nicht so, letztendlich doch wieder das übliche Plastikessen. Die Fluggesellschaften scheinen nach dem 11. September anscheined auf Plastikmesser umgestiegen zu sein. Andi hatte am morgen u.a. noch eine Art Anti-Fluggeräusch-Gerät vorbeigebracht. Die Stewardess hielt dies für ein Radio und wurde schon hektisch. Während ich in meinem Gedächtnis noch krampfhaft die Vokabeln für “dies ist ein Gerät, dass das Kabinengeräusch eleminiert” suchte, entschied sich mein Mund für die Erklärung, dass es sich nur um Kopfhörer handelt. Ich hatte extra noch neue Batterien am Flughafen gekauft, aber von einer Verminderung des Flugsummens war nichts zu bemerken, bis ich auf die Idee kam, die Batterien noch mal festzudrücken - und tatsächlich - das Kabinengeräusch war merklich reduziert. Fantastische Sache! An dieser Stelle vielen Dank Andi. Das Gerät kann man übrigens bei Globetrotter kaufen. (Url: http://www.globetrotter.de/…) Ansonsten war der Flug sehr angenehm, ich habe endlich Murder by Numbers gesehen und die Hälfte von About a boy. Nach 3 Stunden wurde dann schon das Kabinenlicht gelöscht und die meisten legten sich schlafen. Ich habe noch die Hälfte von “About a boy” angesehen und dann entschieden die 3 Reihen als schmales Bett umzufunktionieren. Der Rest des Fluges war wenig unspektakulär. Ich schüttete mir fast eine halbe Flasche mit Kohlensäure angereichertes Wasser über die Hose, was sicherlich zweideutig ausgesehen hat, wenn es jemand gesehen hätte. Draußen war es die ganze Zeit dunkel. Die letzten 3 Stunden kamen wir dann in mehr oder weniger schwere Turbulenzen, die Maschine hat fast ständig gewackelt. Das Frühstück ließen die meisten daher ausfallen. Wir landeten schließlich um 6:30 (Ortszeit) mit dem Sonnenaufgang in Singapur.