Sightseeing

September 7, 2002 | Filed Under Travel |

Um 10:00 Uhr aufgewacht, ein wenig durch die Fernsehkanäle gezappt. Es ist witzig, wenn man die ganzen US-Serien mit den Originalstimmen der Schauspieler sieht. Da der Kühlschrank total leer war, galt es als erstes einen Supermarkt zu finden und natürlich auch die Gegend zu erkunden. Mit mehr oder weniger eindeutigen Instruktionen (gehen sie links, links und dann rechts und dann sollten sie es schon finden) und einem Stadtplan bewaffnet, ging ich los. Das erste was an der Gegend auffällt, ist, dass fast keine Menschen auf der Straße zu sehen sind. Nach einer viertel Stunde fand ich dann schließlich einen Park und echte australische Menschen. Vor einem kleinen Supermarkt gab es dann die aus Amerika und Kanada bekannten Telefonkarten. Nach intensivem Studium des Kleingedruckten (was zu empfehlen ist) fand ich ein ziemlich günstiges Angebot: 5,9 cent die Minute für Gesprächte nach Deutschland. Inzwischen war ich auf Sydneys “weltberühmten” Broadway angekommen und entdeckte auch ein Schild mit den Worten Shopping Centre, dessen Eingang ich nach einem geringügigen Umweg von 10 Minuten fand. Das Shopping Centre entpuppte sich als große Mall, mit Dutzenden von Geschäften. Mein Magen erinnerte mich an den eigentlichen Grund des Besuchs: Futtersuche. Zielsicher begab ich mich zu Coles, einen der größten Lebensmittelanbieter in Australien. Supermärkte sind ja nach wissenschaftlichen Untersuchungen immer nach dem gleichen Schema angeordnet, damit sich der Kunde auch ja wohl fühlt. Es beginnt mit der Obst & Gemüseabteilung und endet gewöhnlich bei den Süssigkeiten. Trotz dieser Anordnung habe ich über 2 Stunden verbracht, bis ich alle Sachen, die mir auf die Schnelle eigefallen sind, beisammen hatte. An der Kasse wurde mir spätestens klar, dass ich nicht mehr in der Servicewüste Deutschland war: Alle Sachen wurden ohne zu Fragen eingepackt. Mit einer Vielzahl Plastiktüten bepackt, trat ich den Weg nach Hause an. Ich entschloß mich den Broadway zurückzulaufen, um noch mehr von der Gegend zu sehen. Nach einem viertelstündigen Fußmarsch kam ich schließlich am Ende des Hauptbahnhofs an. Nach einer Orientierung auf dem Stadtplan entschied ich mich für den scheinbar kürzesten Rückweg. Wie ich später jedoch h erausfand, hatte ich einen unwesentlichen Umweg von 4 km gemacht. Die erste Wasserflasche war somit für den Transport der ganzen Lebensmittel bereits verbraucht, bevor ich wieder in meinem Apartment ankam. Gegen 4 Uhr nachmittags habe ich dann erstmal ausgiebig gefrühstückt (zurück zu deutschen Maßstäben). Dann wandte ich mich meinem Laptop zu um einige Bilder zu überspielen. Die Batterie war inzwischen leer und ich griff zu meinem Reiseadapter. Doch dann die Überraschung, der Stecker passte nicht, da die Plastikschutzbügel zu breit waren. Nach einigen Schnitzarbeiten (EMTler weghören), passte der Stecker schließlich, aber das Notebook wollte immer noch nicht anspringen. Also hatte ich direkt eine Tagesaufgabe: Finde in Sydney einen Computerladen, der Netzstecker oder komplette Netzteile für IBM ThinkPads anbietet. Ich fand zwei dicke Wälzer, die Yellow Pages (Gelbe Seiten) und die White Pages (Normales Telefonbuch) und suchte zielstrebig nach IBM - und ich wurde auch fündig. Also die Händleradressen aufgeschrieben und versucht die Straßennamen auf dem Stadtplan wiederzufinden. Gegen 6 Uhr machte ich mich dann auf den Weg, kam wieder beim Hauptbahnhof vorbei und startete zielstrebig entlang George Street, welches eine der längsten Straßen innerhalb der Innenstadt von Sydney ist. Die meisten Geschäfte waren allerdings schon geschlossen, also keine 24/7 Öffnungszeiten. Von der Stadt erinnerte mich einiges an Toronto, wobei man auch den europäischen Einfluss vielfach sieht. So kann man z.B. ohne Probleme Kebap an vielen Ecken kaufen. Nachdem ich eine Weile durch “Chinatown” gelaufen bin, dämmerte es schon und ich entschied ich mich für den Rückweg. Dabei kam ich ausgerechnet an einem autorisierten IBM und Acer Notebookladen vorbei, der allerdings schon zu hatte. Gegen halb acht war ich dann wieder zu Hause und weihte zum ersten Mal meine Küche ein. Inzwischen hat es sich schon zur Tradition entwickelt, dass es am ersten Abend Spaghetti mit Tomatensauche gibt. Um 10 Uhr war ich dann so müde, dass ich vor dem Fernseher eingeschlafen bin.

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